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Retrieval Augmented Generation (RAG) in Unternehmen

Mit RAG wird internes Unternehmenswissen sicher und präzise für KI-Anwendungen verfügbar.

Datenbank Dokumente ERP CRM SharePoint

Was ist Retrieval Augmented Generation (RAG)?

Retrieval Augmented Generation (RAG) ist ein KI-Verfahren, das ein KI-Sprachmodell (LLM) mit einer Wissensdatenbank verknüpft, um kontextbezogene und aktuelle Antworten zu generieren.

Anstatt sich auf die ursprünglichen Trainingsdaten des Sprachmodells zu verlassen, kann die KI mithilfe von RAG externe Dokumente, Datenbanken, Bilder und andere Quellen in die Antwort einbeziehen. Bevor die KI antwortet, schaut sie also zunächst in den bereitgestellten Quellen nach.

Wie die Architektur technisch aufgebaut ist, von Chunking über Vektordatenbanken bis zur Ähnlichkeitssuche, erklärt unser Glossareintrag zu RAG.

Funktionsweise von Retrieval Augmented Generation: Unternehmenswissen und Unternehmenssysteme werden aufbereitet, passende Informationen als Kontext an das Sprachmodell übergeben, Antwort mit Quellenangaben
Ablauf von RAG: Unternehmenswissen und Geschäftsdaten werden als Kontext an das Sprachmodell übergeben, die Antwort nennt ihre Quellen.

Was sind die Vorteile von RAG?

Retrieval Augmented Generation (RAG) ermöglicht es KI-Sprachmodellen, externe Wissensquellen gezielt abzurufen und für präzisere, kontextbezogene Antworten zu nutzen. Daraus ergeben sich drei Vorteile:

  1. Halluzinationen vermeiden

    Da KI-Sprachmodelle ihre Antworten auf die bereitgestellten Dokumente stützen müssen, sinkt das Risiko frei erfundener Fakten deutlich.

  2. Eigenes Wissen bereitstellen

    Wissen, das nicht Teil des ursprünglichen Trainings der KI war, lässt sich über RAG ergänzen, zum Beispiel Nutzervorlieben, Anleitungen oder Verträge.

  3. Aktualität sichern

    KI-Modelle werden einmalig trainiert und bereitgestellt. Mit RAG erhalten sie zusätzlichen Kontext, der bei jeder Abfrage berücksichtigt wird.

Welche Quellen lassen sich für RAG anbinden?

Mit Retrieval Augmented Generation (RAG) lassen sich unterschiedlichste Datenquellen an KI-Sprachmodelle anbinden. Neben klassischen Dokumenten können auch Informationen aus Unternehmenssystemen wie ERP, CRM oder Datenbanken berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass die Daten technisch zugänglich sind und für die Verarbeitung durch das Sprachmodell aufbereitet werden können.

In der Praxis lassen sich die Datenquellen in drei Kategorien unterteilen:

Wie die Daten angebunden werden, hängt von der jeweiligen Quelle ab. Während Dokumente häufig in kleinere Abschnitte aufgeteilt und über eine Vektordatenbank durchsuchbar gemacht werden, können strukturierte Informationen aus ERP- oder CRM-Systemen auch gezielt über Schnittstellen und Datenbankabfragen abgerufen werden. Beide Verfahren lassen sich innerhalb einer RAG-Anwendung kombinieren.

Datenquellen für RAG nach Kategorie, Quelle und Beispielen
DatenquelleBeispiele
1.Dokumente und Wissensquellen
Dokumente PDF, Word, PowerPoint, TXT, Markdown
Wissensplattformen SharePoint, Confluence, Notion, interne Wikis
Kommunikation Outlook, Gmail, Microsoft Teams, Slack
Supportsysteme Jira, Zendesk, interne Ticketsysteme
2.Unternehmenssysteme und strukturierte Daten
ERP-Systeme SAP, Microsoft Dynamics, Business Central, Odoo
CRM-Systeme Salesforce, HubSpot, Microsoft Dynamics
Datenbanken PostgreSQL, MySQL, MongoDB, SQL Server, interne Server
Tabellen Excel, CSV, Google Sheets
3.Externe und aktuelle Datenquellen
Websites Unternehmenswebsites, öffentliche Wissensportale
Web-Schnittstellen Externe APIs, Wetterdaten, Finanzmarktdaten, ökonomische Daten
Suchmaschinen Google Search, Bing Search
Nachrichtenquellen RSS-Feeds, Nachrichtenportale

Wie lassen sich Datenbanken und Unternehmenswissen an RAG anbinden?

Unternehmenswissen liegt in unterschiedlichen Formaten vor. Die meisten Unternehmens-KPIs liegen in relationalen Datenbanken wie einem ERP-, CRM- oder DWH-System. Die Anbindung relationaler Datenbanken an Retrieval Augmented Generation (RAG) unterscheidet sich von der Verarbeitung klassischer Dokumente. Während Dokumente wie PDFs meist über eine semantische Suche durchsucht werden, enthalten Datenbanken strukturierte Informationen, die häufig miteinander verknüpft sind.

Um diese Informationen für KI-Sprachmodelle nutzbar zu machen, gibt es drei technische Ansätze:

  1. Text-to-SQL: Datenbanken durch natürliche Sprache abfragen

    Bei Text-to-SQL übersetzt ein KI-Sprachmodell die Frage des Nutzers automatisch in eine SQL-Abfrage. Diese wird auf der angebundenen Datenbank ausgeführt und das Ergebnis anschließend vom Sprachmodell als Antwort aufbereitet.

    Beispielsweise könnte ein Geschäftsführer fragen: „Wie viel Umsatz haben wir im vergangenen Monat mit Produkt X erzielt?“ Die KI erstellt die passende Datenbankabfrage, ruft die Umsatzzahlen ab und gibt sie als Antwort oder grafisch aufbereitet zurück. Besonders für Unternehmenscontrolling und Reporting bietet dieser Ansatz viele Anwendungsmöglichkeiten.

  2. Vektordatenbanken: Informationen semantisch durchsuchen

    Bei diesem Ansatz werden textbasierte Informationen aus einer relationalen Datenbank in sogenannte Embeddings umgewandelt. Diese ermöglichen es, Informationen anhand ihrer inhaltlichen Bedeutung zu finden, anstatt ausschließlich nach bestimmten Begriffen zu suchen.

    Über Open-Source-Vektordatenbanken wie pgvector oder in Azure AI Foundry lässt sich dies gut umsetzen. Dadurch können klassische Datenbankabfragen mit einer semantischen Suche kombiniert werden. Beispielsweise könnte ein Nutzer nach Produkten suchen, deren Beschreibung zu einer bestimmten Anforderung passt und die gleichzeitig weniger als 50 Euro kosten.

  3. Graph RAG: Komplexe Zusammenhänge zwischen Daten erkennen

    Bei Graph RAG werden Informationen und ihre Beziehungen zueinander in einem sogenannten Knowledge Graph abgebildet. Hierfür können beispielsweise bestehende Tabellen und Fremdschlüsselbeziehungen aus relationalen Datenbanken verwendet werden.

    Technologien wie Neo4j ermöglichen es, diese Zusammenhänge gezielt abzufragen. So könnte ein Mitarbeiter beispielsweise fragen: „Welche Kunden haben Produkte gekauft, die vom selben Lieferanten wie Produkt Y stammen?“ Die KI kann die Beziehungen zwischen Kunden, Produkten und Lieferanten berücksichtigen und daraus eine Antwort generieren.

Technische Umsetzung mit Frameworks

Für die Entwicklung solcher Anwendungen werden häufig Frameworks wie LangChain oder LlamaIndex eingesetzt. Diese erleichtern die Anbindung von Datenbanken, die Verarbeitung von Nutzeranfragen und die Bereitstellung der abgerufenen Informationen für das KI-Sprachmodell.

Die verschiedenen Ansätze lassen sich auch miteinander kombinieren. Welche Technologie eingesetzt wird, hängt insbesondere von der Struktur der vorhandenen Daten und den gewünschten Anwendungsfällen ab.

RAG-Systeme mit rwQUANTICAL entwickeln

rwQUANTICAL unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung individueller RAG-Systeme. Unsere AI Engineers verbinden bestehende KI-Sprachmodelle mit Ihren internen Dokumenten, Datenbanken und Unternehmenssystemen. Dabei begleiten wir Sie von der ersten Anforderungsanalyse über die technische Umsetzung bis zum produktiven Betrieb.

Ob RAG für Ihren Anwendungsfall die richtige Technologie ist, prüfen wir gemeinsam im Rahmen unserer KI-Beratung.

Lucas Rachner
Lucas Rachner Geschäftsführer Digitalisierung & KI bei rwQUANTICAL

Was sind Anwendungsbereiche von RAG in KI-Unternehmensanwendungen?

Retrieval Augmented Generation (RAG) wird überall dort eingesetzt, wo KI-Anwendungen auf Wissen zugreifen müssen, das nicht in den ursprünglichen Trainingsdaten des Sprachmodells enthalten ist. Besonders in Unternehmen gibt es hierfür zahlreiche Anwendungsfälle:

Interne Wissensdatenbanken

Mitarbeiter können Fragen zu internen Prozessen, Richtlinien oder Anleitungen stellen und erhalten Antworten auf Basis der vorhandenen Unternehmensdokumente. Typische Anwendungsfälle sind KI-Onboarding-Chatbots oder interne Knowledge Platforms, die Mitarbeitern den Zugriff auf Unternehmenswissen erleichtern und zeitaufwendige Recherchen reduzieren.

KI-Chatbots im Kundenservice

Kundenanfragen werden mithilfe von Produktinformationen, Handbüchern oder FAQs automatisiert beantwortet. Hierzu greifen KI-Sprachmodelle auf unternehmenseigene Dokumente zu und liefern so aktuelle und kontextbezogene Antworten. Besonders im technischen Support beantworten RAG-basierte Chatbots auch komplexere Kundenfragen und entlasten die Mitarbeiter.

Dokumentenanalyse

Verträge, technische Dokumentationen oder Berichte können mithilfe von KI durchsucht und ausgewertet werden. RAG ermöglicht es, gezielt Informationen aus großen Dokumentenbeständen abzurufen und für die weitere Verarbeitung bereitzustellen. Beispielsweise lassen sich Vertragsinhalte vergleichen, relevante Klauseln identifizieren oder technische Zusammenhänge aus mehreren Dokumenten zusammenfassen.

KI-Assistenten für Mitarbeiter

KI-Anwendungen können auf Informationen aus unterschiedlichen Unternehmenssystemen wie CRM, ERP oder SharePoint zugreifen und diese bei der Beantwortung von Fragen berücksichtigen. Auch im Unternehmenscontrolling ersetzen RAG-basierte KI-Agenten zunehmend das klassische, statische Reporting: Mitarbeiter fragen gezielt nach KPIs und erhalten diese als Antwort oder grafisch aufbereitet.

Automatisierung von Geschäftsprozessen

RAG stellt KI-Anwendungen das notwendige Hintergrundwissen bereit, um Geschäftsprozesse automatisiert zu bearbeiten. Beispielsweise können eingehende E-Mails anhand interner Richtlinien klassifiziert, Kundenanfragen den richtigen Ansprechpartnern zugeordnet oder Informationen aus verschiedenen Systemen zusammengeführt werden. Besonders in Kombination mit KI-Agenten lassen sich so auch komplexere Prozessabläufe automatisieren.

KI-Wissensmanagement und Prozessdokumentation mit Q-Know

Ein typischer Anwendungsfall für RAG ist das interne Wissensmanagement. Mit Q-Know hat rwQUANTICAL eine eigene Software entwickelt, die Unternehmen dabei unterstützt, internes Wissen zentral zu erfassen und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Mitarbeiter können Fragen zu internen Dokumenten, Richtlinien oder Geschäftsprozessen stellen und erhalten Antworten auf Basis der hinterlegten Informationen inklusive Quellenangaben.

Q-Know geht dabei über die klassische KI-Wissenssuche hinaus. Die Software erstellt automatisch Prozessdokumentationen und Ablaufdiagramme nach BPMN 2.0. Fehlende Informationen werden durch gezielte Rückfragen ergänzt und Widersprüche zwischen Dokumenten erkannt. Über kundenspezifische Schnittstellen können zudem bestehende Unternehmenssysteme wie ERP oder Data Warehouses eingebunden werden.

Mehr erfahren: Q-Know: KI-Wissensmanagement und Prozessdokumentation

Q-Know Chat: Fragen zu internen Dokumenten mit Filtern nach Vertrieb, Finanzen, HR und Onboarding Q-Know Prozessdokumentation: Prozess P-HR-001 Urlaubsbuchung als BPMN-2.0-Diagramm, erstellt aus zwei Dokumenten und drei KI-Rückfragen

Was ist der Unterschied zwischen RAG und Fine-Tuning?

Retrieval Augmented Generation (RAG) und Fine-Tuning sind zwei unterschiedliche Verfahren, um bestehende KI-Sprachmodelle an die Anforderungen eines Unternehmens anzupassen. Während beim Fine-Tuning das Sprachmodell durch zusätzliches Training verändert wird, stellt RAG dem Modell bei jeder Anfrage zusätzliche Informationen bereit. Beide Verfahren verfolgen damit unterschiedliche Ziele.

Fine-Tuning

Das Sprachmodell lernt, wie es antworten soll.

  1. Vorbereitung

    Modell trainieren

    Das Sprachmodell wird mit Beispielen trainiert, um einen bestimmten Sprachstil oder ein Antwortformat zu erlernen.

  2. Nutzeranfrage

    Frage stellen

    Der Nutzer stellt eine Frage. Das Modell beantwortet diese anhand seiner trainierten Fähigkeiten.

  3. Sprachmodell Hier wirkt Fine-Tuning

    Angepasstes Modell

    Das Modell wurde durch zusätzliches Training verändert und verwendet die erlernten Antwortmuster.

  4. Antwort

    Im gewünschten Stil

    Die KI antwortet im trainierten Sprachstil, ohne automatisch auf aktuelle Unternehmensdaten zuzugreifen.

RAG

Das Sprachmodell erhält zusätzliche Informationen, um Fragen zu beantworten.

  1. Vorbereitung

    Datenquellen anbinden

    Unternehmensdokumente, Datenbanken und andere Wissensquellen werden mit der KI-Anwendung verbunden.

  2. Nutzeranfrage Hier wirkt RAG

    Informationen abrufen

    Zu jeder Frage werden passende Informationen aus den angebundenen Quellen gesucht und bereitgestellt.

  3. Sprachmodell

    Unverändertes Modell

    Das Sprachmodell verarbeitet die Frage und die bereitgestellten Informationen, ohne zusätzlich trainiert zu werden.

  4. Antwort

    Auf Basis der Quellen

    Die KI beantwortet die Frage anhand der abgerufenen Informationen und kann die verwendeten Quellen angeben.

Kombination aus Fine-Tuning und RAG

Das Sprachmodell antwortet im gewünschten Stil und nutzt aktuelle Unternehmensinformationen.

  1. Vorbereitung

    Modell trainieren und Daten anbinden

    Das Sprachmodell wird für den gewünschten Antwortstil trainiert. Zusätzlich werden Unternehmensdaten angebunden.

  2. Nutzeranfrage RAG

    Informationen abrufen

    Die KI sucht passende Informationen aus den angebundenen Quellen und ergänzt damit die Nutzerfrage.

  3. Sprachmodell Fine-Tuning

    Angepasstes Modell

    Das trainierte Sprachmodell verarbeitet die bereitgestellten Informationen und formuliert die Antwort im gewünschten Stil.

  4. Antwort

    Im gewünschten Stil mit Quellen

    Die KI kombiniert den trainierten Sprachstil mit den abgerufenen Unternehmensinformationen.

Fine-Tuning verändert, wie ein Sprachmodell antwortet. RAG stellt zusätzliche Informationen bereit, auf deren Grundlage die Antwort generiert wird. Beide Verfahren können miteinander kombiniert werden.

Fine-Tuning: Das Verhalten eines KI-Sprachmodells anpassen

Beim Fine-Tuning wird ein bereits trainiertes KI-Sprachmodell mit zusätzlichen Trainingsdaten weiterentwickelt. Hierfür werden häufig sogenannte Input-Output-Paare verwendet. Das Modell erhält beispielsweise eine Frage und die dazugehörige gewünschte Antwort. Durch das Training lernt es, bei vergleichbaren Anfragen ähnliche Antworten zu generieren.

Ein typischer Anwendungsfall ist die Anpassung des Sprachstils. Unternehmen können ein KI-Modell beispielsweise darauf trainieren, Kundenanfragen in einer bestimmten Tonalität zu beantworten. Auch die Einhaltung bestimmter Antwortformate, Fachbegriffe oder Verhaltensweisen lässt sich durch Fine-Tuning verbessern.

Zwar kann ein Sprachmodell durch Fine-Tuning auch zusätzliches Fachwissen erlernen, für die Bereitstellung aktueller und präziser Unternehmensinformationen ist das Verfahren jedoch nur eingeschränkt geeignet. Die Informationen werden nicht als einzelne Dokumente hinterlegt, sondern verändern die internen Modellparameter. Dadurch lässt sich nicht zuverlässig sicherstellen, dass das Modell erlernte Fakten korrekt wiedergibt. Auch Halluzinationen werden durch Fine-Tuning nicht grundsätzlich verhindert.

RAG: Ein KI-Sprachmodell mit Unternehmenswissen versorgen

Retrieval Augmented Generation (RAG) verfolgt einen anderen Ansatz. Das bestehende Sprachmodell wird nicht zusätzlich trainiert, sondern erhält vor der Generierung einer Antwort relevante Informationen aus angebundenen Datenquellen.

Fragt ein Mitarbeiter beispielsweise „Wie hoch war unser Umsatz im vergangenen Monat?“, kann das RAG-System die entsprechenden Informationen aus einer angebundenen Datenbank abrufen und dem Sprachmodell als Kontext bereitstellen. Das Modell formuliert anschließend eine Antwort auf Basis dieser Informationen.

Das KI-Sprachmodell behält dabei grundsätzlich seine ursprünglichen sprachlichen Fähigkeiten und seinen Antwortstil. Anders als beim Fine-Tuning werden jedoch gezielt Informationen bereitgestellt, die dem Modell während seines ursprünglichen Trainings nicht bekannt waren.

Ein wesentlicher Vorteil ist die Aktualität. Werden beispielsweise neue Dokumente in SharePoint hinterlegt oder Umsatzzahlen im ERP-System aktualisiert, können diese Informationen bei entsprechender Anbindung direkt in zukünftigen Antworten berücksichtigt werden. Ein erneutes Training des Sprachmodells ist dafür nicht erforderlich.

Auch das Risiko von Halluzinationen lässt sich reduzieren, da die KI ihre Antworten auf konkrete Quellen stützen kann. Vollständig ausgeschlossen werden falsche Antworten dadurch allerdings nicht.

Können Fine-Tuning und RAG kombiniert werden?

Beide Verfahren schließen sich nicht gegenseitig aus. In Unternehmensanwendungen kann es sinnvoll sein, Fine-Tuning und RAG miteinander zu kombinieren.

Ein KI-Chatbot im Kundenservice könnte beispielsweise durch Fine-Tuning darauf trainiert werden, im gewünschten Sprachstil des Unternehmens zu antworten. Gleichzeitig stellt RAG sicher, dass der Chatbot auf aktuelle Produktinformationen, Handbücher oder Vertragsbedingungen zugreifen kann.

Das Fine-Tuning bestimmt in diesem Fall vor allem, wie die KI antwortet. RAG liefert die Informationen, auf deren Grundlage die Antwort erstellt wird.

Für Unternehmen, die ihre bestehenden Dokumente, Datenbanken oder Unternehmenssysteme mit KI-Sprachmodellen verbinden möchten, ist RAG daher in vielen Fällen der sinnvollere Ausgangspunkt. Fine-Tuning eignet sich ergänzend insbesondere dann, wenn das Verhalten oder die Art der Antworten eines Sprachmodells gezielt angepasst werden soll.

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